Dirigent

Horst Petersik. Ein Böhme!


Zufall oder nicht? Das ist stets die Frage, wenn Kinder aus vorbelasteten Elternhäusern Zugang zur Musik bekommen. Das war auch im böhmischen Schmiedeberg nicht anders. Da fingen die zwei älteren Brüder mit Akkordeon an, natürlich kam der Unterricht vom Vater.

 

1968 übersiedelte seine Familie nach Deutschland in den Odenwald und hier bekam Horst mit 8 Jahren auch seinen ersten Unterricht. Natürlich zuerst Akkordeon, aber die Posaune schien ihm letztlich dann doch sympathischer. Die damaligen Lehrer Willi Leschmann von der Trachtenkapelle Michelstadt und Wilhelm Mohr, Dirigent der Dorfkapelle Lauerbach gaben die ersten "Züge" an.

 

Natürlich wurde zu Hause viel Böhmische Blasmusik gehört, also lernte er selbst noch Bariton/Tenorhorn um diese Musik besser nachspielen zu können. Bis zum Musikstudium war er dann mit seinen Brüdern in verschiedenen Blas- und Tanzmusikformationen unterwegs.

 

Was dann folgte war ein "Stressprogramm" pur. Zwischen 1976 und 1984 Musikstudium an der Staatlichen Hochschule für Musik Würzburg zum Orchestermusiker mit Musiklehrerdiplom. Seine Instrumentaldozenten waren Prof. Walter Daum, Prof. Martin Göß vom Radio-Sinfonieorchester Frankfurt/Main, Prof. Herbert Kammleitner, Musikdirektor Rottenburg und Christian Bohny.

 

Es folgte die Bundeswehrzeit mit der Ausbildung zum Sanitätssoldat und Posaunist beim Luftwaffenmusikcorps 2 Münster/Westfalen und Heeresmusikcorps 9 Stuttgart. An den Wochenenden war Horst dann regelmäßig mit den verschiedensten, auch Egerländer Formationen in bayrischen und hessischen Bierzelten/Stargalas anzutreffen und am anderen Morgen hieß es: Raus in die Schule!

 

Diese "Stripperei" (Originalton Horst Petersik) hat ihm sehr viel gebracht: Stabilen Ansatz, perfektes Blattlesen und unzählige Erfahrungen. Auch die 11 Jahre "Nicht-Original-Egerländer" prägten ihn.

 

Bis heute findet er seine Aufgabe darin zu beweisen, dass man volkstümliche Blasmusik auch gut machen kann und dass diese Art von Blasmusik nicht zwangsläufig mit Bierseligkeit und "Dicke-Backe-Musik" zu tun haben muss.

 

Denn eine Polka "richtig" zu spielen, ist auch eine Kunst, sagt ein Böhme!

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Blaskapelle TV Gammelsbach